Das Warnke Verfahren zur Therapie von Legasthenie, Dyskalkulie und anderen Lernstörungen.
Warnke Verfahren war ursprünglich die Bezeichnung für ein Training der Zeitverarbeitung des Hörens und Sehens mit Hilfe des so genannten Brain Boy. Man bezeichnete diese Art Therapie als Ursachentherapie bei Lernstörungen im Gegensatz zur Symptomtherapie, dem normalen Rechtschreib- oder Dyskalkulietraining. Warnke ging davon aus, dass die sichtbaren Lernprobleme, die 15% der Kinder jeden Jahrgangs zeigen, eine Folge ausgelassener Automatisierungsschritte sind. In unzähligen Studien wurden bei den betroffenen Kindern Blicksteuerungsprobleme, auditive Probleme, motorische Probleme etc. beschrieben, die auch bei Verhaltensauffälligkeiten zu beobachten sind. Da die meisten Rechtschreib- oder Matheprobleme nicht isoliert auftreten, wäre es doch verdienstvoll, der Ursache dieser Probleme in den kindlichen Entwicklung nachzuspüren und diese Ursache zu therapieren. Anders als die Ergotherapeuten, die ja eine sensorische Integration anstreben, suchen Warnke Therapeuten im erweiterten Prüfablauf nach zentralen Automatisierungsdefiziten des Kindes, wobei das Hören, das Sehen und die Motorik betrachtet werden. Die phonologische Bewusstheit eines Kindes wird in allen Lerntherapien trainiert, im Warnke Verfahren zusätzlich noch die Low-Level Ebene, auf der, frei nach Professor Ptok, alle höheren Sprachentwicklungen fußen. Das Sehen wird mittels eines Blicksteuerungstrainings, mittels Neurofeedback oder auch mittels motorischer Übungen trainiert, die Motorik wird durch gezielte Programme, auch solchen zur Integration so genannter frühkindlicher Reflexe trainiert.
Im Warnke Verfahren gibt es ein ausgefeiltes Lesetraining mittels Lesetexten, die lateralisiert paralell mit einem Therapeuten gelesen werden, dabei tragen Klient und Therapeuit Kopfhörer und lesen in Mikrofone. Das Lesetraining erfolgt stufenweise, beginnend bei sehr langsam gelesenen Texten zu schnelleren. Das Hören erfolgt teilweise hochtonveredelt, immer aber so, dass die gehörte Lesestimmer zwischen den Kopfhörermuscheln wandert. Durch dieses Training werden schnell Lesefortschritte erzielt.
Das Schreibtraining besteht in Übungen aus dem NLP. Visualisierung von Wörtern ist das Ziel.
Ein Merktraining sinnfreier Silben ist obligatorisch, ebenso Übungen aus dem Flexi Programm. Es gibt ein häusliches Training, das Reizverabeitung umfasst.
In der klassischen Lerntherapie wird vornehmlich auf der Symptomebene gearbeitet. Das heißt, man benutzt ein systematisiertes Lese- oder Rechtschreibtraining, wie den Kieler Leseaufbau, oder das Marburger Rechtschreibprogramm oder das rhythmische Syllabieren von Reuter Liehr. Es gibt einen ausgeprägten Streit zwischen den Schulen. Wir haben diese Rechtschreib- und Leseprogramme mit dem basalen Training Warnkes verbunden, nach dem Motto, das eine tun und das andere nicht lassen.
Damit sind wir sehr erfolgreich.
Eine echte Legasthenie oder eine echte Dyskalkulie ist eine sehr hartnäckige Angelegenheit und kann auch manchmal zu einer 2 jährigen Therapie führen. Da man genetische Ursachen vermutet, ist jede Therapie zäh. Gewöhnlich dauern unsere Therapien ein Jahr. Eine klassische LRS, bei der sich keine sensorischen oder motorischen Probleme zeigen, kann oft durch reinen Rechtschreibunterricht verbessert werden.
Lernprobleme auf Grund mangelnder Intelligenz erfordern hohe Sensibilität, um das Kind vor Überforderung zu schützen.
Deshalb kann ein Intelligenztest sinnvoll sein.
Schulbesuche sind Teil der Therapie, auch Elterngespräche oder auch Psychoedukation beim Kind.
Das Feld der Lerntherapie ist weit und jedes Kind verlangt nach einem speziellen Ansatz.
Durch die Mitgliedschaft im Fachverband integrative Lerntherapie bestätigen wir deren Auffassung von einer umfassenden Therapie.